Schattenseiten der neuen Medien

Neue Medien haben zweifelsohne einen großen Beitrag an die Gesellschaft gehabt. Es gibt sehr viele Bereiche, die von den neuen Medien profitiert haben. Auf der anderen Seite gibt es auch viele negative Ereignisse, die durch die neuen Medien erst entstehen konnten. An dieser Stelle muss man sich etwas warm anziehen. Denn es geht im Folgenden um Betrug, Drogen und Identitätsdiebstahl. Aber der Reihe nach. Warum konnte der Identitätsdiebstahl florieren?

Menschen bilden ihr gesamtes Leben im Internet ab

Haben sie einen Instagram oder Snapchat Account? Wenn sie diese Frage mit Ja beantworten können, dann wissen sie ja, dass Menschen sehr freizügig im Internet sind. Sie interessieren sich nicht dafür, ob man ihr gesamtes Gesicht sehen kann oder ob es nur teilweise abgebildet wird. Hauptsache viele „Gefällt mir“ Angaben und neue Abbonenten. So der einheilige Tenor der Social Media Nutzer, von groß nach klein, von alt nach jung, von arm nach reich.

Das bedeutet aber auch, dass Betrüger Zugang zu einem riesigen Datenschatz an Identitäten. Denn es wird nicht nur das eigene Gesicht abgebildet, es wird darüber berichtet wie toll der neue Freund ist und wann man in den Urlaub fährt beziehungsweise natürlich auch das Urlaubsziel verraten. Das bedeutet dann, dass gewiefte Betrüger alle Informationen zur Hand haben, die sie benötigen, um einen Einbruch zu begehen oder gar die Identität eines anderen Menschen anzunehmen. Besser geht es wohl kaum.

Das Darknet war in letzter Zeit oft in den Schlagzeilen

Genau das dachten sich auch diejenigen, die irgendwann das Stream Geschäft revolutioniert haben beziehungsweise die Ersten waren, die die technischen Möglichkeiten für ihre, nicht legalen, Zwecke genutzt haben. Denn nun kann man quasi jeden Film streamen, egal wo man ist, egal welches Gerät man hat. Selbst auf Youtube sind komplette Filme zu finden und sie zu streamen ist technisch möglich und selbst für unerfahrene Internet User kein Problem.

Ein dickes Problem hat ein 20 oder mittlerweile 21 jähriger Mann aus der Nähe von Leipzig. Er hat im großen Stil über das Darknet Drogen verkauft. Für eine Erklärung vom Darknet sollten sie sich einmal dieses Video ansehen. Das Darknet ist so etwas wie eine Parallele zum Internet in dem Dinge angeboten werden, die die Otto – Normalverbraucher in keinster Weise benötigen. Das reicht von Drogen, Pässen über Waffen. Der Leipiziger hatte vor eines der größten Online Shops für Drogen auf der gesamten Welt zu betreiben. Dabei ging er ziemlich klug vor, bis er an einer vermeintlich unbedeutenden Stelle unvorsichtig wurde.

Eines der ersten Videos zur Shiny Flakes Festnahme!


So hat er es verpasst einige Sendungen ausreichend zu frankieren und dann hat sich die Post die Pakete einmal näher angesehen. Dabei kam heraus, dass sich in diesen Paketen Drogen befanden. Das wurde natürlich näher von der Polizei untersucht und nach einiger Zeit fanden sie dann heraus, dass sie hier einen der größten Drogenhändler auf der ganzen Welt festgenommen hatten.

Als Lager benutzte er sein Kinderzimmer. Dort hortete er mehrere Kilo Drogen, was beweist, dass es ganz ohne die gewöhnliche Welt dann doch nicht geht. Weder im Darknet, wenn es um irgendwelche kriminellen Dinge geht, noch in der realen Welt, wenn etwas über das Internet bestellt wird.

Datenschutz und neue Medien

neo-urban-1734494_640Neue Medien sind sehr beliebt. Schon die Kleinsten der Kleinen wachsen mit ihnen auf und sehen sie an, um zum Beispiel eine Zeichentrickserie anzuschauen. Daneben gibt es Tablets mittlerweile in Schulen und dass ein 8 jähriger Junge eine Spielekonsole zu Hause hat, kommt heutzutage immer öfters vor. Aber was heißt das eigentlich für unsere Privatsphäre? Leben wir anno 2017 in einem Zeitalter, in dem die eigene Privatsphäre nichts mehr wert ist beziehungsweise nur noch als Wort existiert, aber in der Wirklichkeit immer und immer wieder übergangen wird?

Der Datenschutz wird in Deutschland sehr groß geschrieben

Hierzulande gibt es Datenschutzbeauftragte, die die Entwicklungen in den neuen Medien sehr genau beobachten. Erst vor einigen Wochen hat es einen Einspruch gegen die Praktiken von Whatssapp gegebeben. Spezifisch ging es dabei um die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen die App Nutzer zustimmen sollten. Das gefiel den Datenschützern aber überhaupt nicht und so kam es dann dazu, dass es einen Einspruch gab. Inwieweit dieser Einspruch Erfolg hat, wird die Zukunft zeigen. Klar ist aber, dass einige Firmen eine Praxis an den Tag legen, die von vielen Menschen in Deutschland nicht gebilligt wird.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der den Datenschützern ein Dorn im Auge ist, und zwar geht es dabei konkret um die Weitergabe von Daten zwischen verschiedenen Diensten. Finden sie es auch merkwürdig, dass sie in der einen Sekunde noch über eine Marke sprechen und diese dann in der nächsten Sekunde als Ad angezeigt bekommen, auf Facebook?

Nun wer oder was dahinter steckt kann an dieser Stelle nicht gesagt werden. Deutlich ist aber, dass Daten miteinander ausgetauscht werden, ob es den Nutzern passt oder nicht. Damit das passiert tun Firmen sehr viel. Sie möchten nicht, dass ihr Geschäftsmodell den Bach herunter geht und sind immer wieder, Tag für Tag auf neue Kundendaten angewiesen und die sozialen Medien Dienste wissen das und helfen natürlich kräftig mit, schließlich bekommen sie dafür auch eine gewisse Entlohnung.

Wie sieht die Zukunft der Privatsphäre aus?

apple-1039117_640Es gibt Personen, die behaupten, dass es bald mit der Privatsphäre vorbei sein wird. Dass wir jetzt schon zu gläsernen Menschen geworden sind und das jeder Schritt von uns erfasst und irgendwo gespeichert wird. Ob das tatsächlich so ist, kann an dieser Stelle natürlich nicht abschließend geklärt werden, aber es ist deutlich zu sehen, dass immer mehr Daten von uns erfasst werden und dass sie auch genutzt werden.

Wie kann man sich gegen diese Entwicklung schützen?

Viele Personen denken, dass es reicht, wenn sie bald kein Smartphone mehr besitzen, dass sie dann sozusagen wieder anonym telefonieren und SMS verschicken können. Aber die Mär von dem anonymen Telefonat mit dem 3210 ist eben nur eine Mär. Man sollte nicht glauben, dass es ausreicht wieder auf ein ganz altes Telefon zu setzen. Eher ist es so, dass auch diese Geräte im Ernstfall überwacht werden können, ganz egal wer man ist, wo man sich befindet und wie man gegenüber neuen Medien steht.